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Heizkurve optimieren: Vorlauftemperatur senken, Effizienz steigern

Die Heizkurve ist die wichtigste Einstellung deiner Wärmepumpe. Sie bestimmt, wie hoch die Vorlauftemperatur bei verschiedenen Außentemperaturen sein soll. Eine falsch eingestellte Heizkurve kostet dich bares Geld.

Grundlagen

Was ist die Heizkurve?

Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur die Wärmepumpe bei einer bestimmten Außentemperatur erzeugen soll. Je kälter es draußen ist, desto höher muss die Vorlauftemperatur sein.

Steilheit der Heizkurve

Die Steilheit bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur ansteigt. Eine steilere Kurve bedeutet höhere Vorlauftemperaturen bei Kälte.

Die Skala ist je Hersteller verschieden. Fußbodenheizungen kommen meist mit einer flacheren Kurve aus als Heizkörper. Trag im Simulator die Werte von deinem Regler ein.

Parallelverschiebung

Die Parallelverschiebung hebt oder senkt die gesamte Heizkurve. Damit passt du die Grundtemperatur an, wenn es generell zu warm oder zu kalt ist.

Typische Werte: -5 bis +5 Grad Verschiebung

Heizkurven-Simulator

Probier deine Heizkurve aus

Verschiebe Steilheit und Niveau und sieh direkt, wie weit deine Vorlauftemperatur gegenüber der Ausgangskurve sinkt. Die grüne Fläche zeigt die Absenkung.

Heizkurve: Vorlauftemperatur über AußentemperaturBei −10 °C Außentemperatur: Ausgangskurve 63 °C, deine Kurve 57 °C Vorlauf. Bei 0 °C: 51 °C gegenüber 47 °C.20304050607080-15-10-505101520Vorlauf °CAußentemperatur °C
Ausgangskurve (1,4 / 0 K) Deine Kurve (1,2 / 0 K) Absenkung
1,2

Wie stark der Vorlauf bei Kälte ansteigt.

0 K

Hebt oder senkt die ganze Kurve.

Ausgangskurve anpassen (aktuelle Einstellung)

Vorbelegt mit einem Beispielwert (1,4 / 0 K). Die Werkseinstellung ist je Hersteller verschieden. Trag am besten die Werte von deinem Regler ein.

Mittlere Vorlaufabsenkung

4,4 K

Geschätzte Einsparung beim Wärmepumpenstrom: 9 bis 11 %

Maßstab ist die Raumtemperatur: Ob die neue Kurve passt, zeigt nur die Raumtemperatur. Ändere in kleinen Schritten (Steilheit um 0,1), warte 2 bis 3 Tage und prüfe, ob alle Räume warm genug bleiben.

Mit Messdaten prüfen lassen

Methodik & Quellen

Die Kurven folgen einer gängigen Heizkurven-Näherung (Raumsollwert 20 °C): Vorlauf = Raumsoll + Niveau − Steilheit × ΔT × (1,4347 + 0,021 × ΔT + 0,0002479 × ΔT²) mit ΔT = Außen − Raumsoll. Reale Regler rechnen herstellerspezifisch, die Form ist aber vergleichbar.

Die mittlere Absenkung ist der einfache Mittelwert der Differenz beider Kurven zwischen -15 °C und 15 °C Außentemperatur (angenommene Heizgrenze), ohne Gewichtung nach Häufigkeit der Außentemperaturen.

Einsparung: Als Faustregel gilt: Jedes Kelvin weniger Vorlauftemperatur spart bis zu ca. 2,5 % Strom bei der Wärmepumpe. Wir rechnen konservativ mit 2 bis 2,5 % je Kelvin. Das ist eine Schätzung, kein Versprechen. Wie viel es bei dir ist, zeigen erst Messdaten.

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Effizienz

Warum die Heizkurve so wichtig ist

Rund 2,5 % Mehrverbrauch pro Grad:
Als Faustregel kostet jedes Grad höhere Vorlauftemperatur etwa 2 bis 3 % mehr Strom; bei 5 Grad summiert sich das auf über 10 % (Quelle: Deutsche Umwelthilfe, Factsheet Wärmepumpe; Herstellerangaben).
JAZ sinkt mit Vorlauftemperatur:
Eine Wärmepumpe arbeitet bei 35 Grad Vorlauf effizienter als bei 50 Grad. Mehr zur JAZ
Komfort bleibt erhalten:
Bei richtiger Einstellung wird es trotz niedrigerer Vorlauftemperatur genauso warm, nur effizienter.

Schritt für Schritt

So optimierst du deine Heizkurve

  1. Ausgangssituation erfassen

    Notiere die aktuellen Einstellungen und beobachte die Raumtemperaturen über einige Tage.

  2. Steilheit reduzieren

    Reduziere die Steilheit schrittweise um 0,1. Warte 2 bis 3 Tage und prüfe, ob es warm genug bleibt.

  3. Parallelverschiebung anpassen

    Wenn es insgesamt zu warm oder zu kalt ist, passe die Parallelverschiebung um 1 bis 2 Grad an.

  4. Mit Messdaten verifizieren

    Prüfe mit nunosense-Messdaten, ob Vorlauf, Starts und Heizstab-Einsatz nach der Änderung sinken und alle Räume warm genug bleiben. Werden Durchfluss und Leistung mitgemessen, siehst du auch die Arbeitszahl.

Häufige Fehler

Diese Fehler solltest du vermeiden

Zu hohe Werkseinstellung:
Viele Wärmepumpen werden mit zu hohen Vorlauftemperaturen ausgeliefert, um Beschwerden zu vermeiden.
Änderungen ohne Warten:
Eine Fußbodenheizung reagiert träge. Nach Änderungen 2 bis 3 Tage warten, bevor du weiter anpasst.
Einzelräume regeln:
Thermostate in einzelnen Räumen zudrehen ist ineffizienter als die Heizkurve richtig einzustellen.

Heizkurve optimieren mit Messdaten

Mit nunosense trägst du die Änderung ins Logbuch ein und siehst im Diagramm, wie sich Vorlauf, Starts und Heizstab-Einsatz danach verändern. Schluss mit Raten. Optimiere mit Daten.